Verringerung des Lungenfunktionsverlustes bei idiopathischer Lungenfibrose
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- Veröffentlicht am Freitag, 09. Dezember 2011 08:11
Neue Studie im New England Journal of Medicine zeigt positiven Trend hinsichtlich Verringerung des Lungenfunktionsverlustes bei idiopathischer Lungenfibrose durch die Entwicklungssubstanz BIBF 1120
Die Ergebnisse der klinischen Phase-II-Studie TOMORROW mit BIBF 1120* wurden auch auf dem diesjährigen Jahreskongress der European Respiratory Society (ERS) vorgestellt.
Die Ergebnisse der klinischen Phase-II-Studie, die am 22. 9. 2011 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, zeigen einen positiven Trend für den Tyrosinkinasehemmer (TKI) BIBF 1120* von Boehringer Ingelheim hinsichtlich Reduktion des Lungenfunktionsverlustes bei Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose (IPF).1 IPF ist eine chronische, progrediente, mit starker Beeinträchtigung einhergehende Lungenkrankheit mit einer hohen Sterblichkeit sowie nur begrenzt verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten.2
In der Studie, die unter dem Namen TOMORROW (To Improve Pulmonary Fibrosis with BIBF 1120) bekannt ist, zeigten Patienten unter 2 x tägl. 150 mg BIBF 1120* eine um 68 Prozent geringere Abnahme der forcierten Vitalkapazität (FVC) im Vergleich zu Placebo (0.06 l/Jahr im Behandlungsarm mit BIBF 1120* 150 mg, 2 x tägl., gegenüber 0.19 l/Jahr im Placeboarm).1 Die FVC ist das Luftvolumen, das nach maximaler Einatmung in ein Spirometer ausgestoßen wird. Die Abnahme der FVC gehört zu den Parametern, die bei Patienten mit IPF üblicherweise bestimmt werden.3 Die Lungenfunktion ist zur Beurteilung der Behandlungseffekte bei Patienten mit IPF wissenschaftlich anerkannt.3 Patienten, die mit 2 x tägl. 150 mg BIBF 1120* behandelt wurden, hatten zudem eine im Vergleich zu Placebo geringere Inzidenz akuter Exazerbationen, definiert als plötzliche Verschlechterungen des klinischen Zustandes.1 Akute Exazerbationen sind mit einem raschen Fortschreiten der Erkrankung, einem abrupten, starken Abfall der FVC und einer hohen Mortalität verbunden.2,4,5
Darüber hinaus führte die Gabe von 2 x tägl. 150 mg BIBF 1120* zu einer geringfügigen Verringerung des SGRQ-Scores (St George’s Respiratory Questionnaire) im Vergleich zu einer Erhöhung unter Placebo (-0,66 vs. 5,46; p= 0,007).1,6 Der SGRQ Score misst den Einfluss auf die Lebensqualität, wobei höhere – ebenso wie steigende – Werte eine stärkere Beeinträchtigung bedeuten.6
Gastrointestinale Symptome und Erhöhungen der Lebertrans-aminasen waren bei Patienten unter 2 x tägl. 150 mg BIBF 1120* häufiger zu beobachten als unter Placebo. Die am häufigsten zum Behandlungsabbruch führenden unerwünschten Ereignisse waren vor allem Diarrhoe, Übelkeit und Erbrechen.1
„Menschen, die an IPF leiden, brauchen dringend eine sichere und effektive Behandlung zur Erhaltung der Lungenfunktion, damit sie körperlich aktiv bleiben und den Verlust ihrer Selbständigkeit so lange wie möglich hinauszögern können“, so Dr. med. Luca Richeldi, Ph.D., Hauptautor der Studie und Direktor des Forschungszentrums für seltene Lungenkrankheiten der Universität von Modena und Reggio Emilia in Modena (Italien). „Die positiven Trends im Sinne einer langsameren Abnahme der Lungenfunktion über die Zeit, einer geringeren Inzidenz akuter Exazerbationen und einer besseren Lebensqualität durch BIBF 1120* dürfen als vielversprechender ‚Proof of Concept’ gewertet werden.“
BIBF 1120* erhielt im Juni 2011 von der US-amerikanischen FDA sowie im September 2011 vom Japanischen Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales den ‚Orphan Drug’- Status, womit anerkannt wird, dass für dieses Arzneimittel ein hoher bisher nicht erfüllter klinischer Bedarf besteht und dass es ein hohes Entwicklungspotenzial besitzt.
„Die viel versprechenden Ergebnisse der klinischen Phase-II-Studie für BIBF 1120* bei IPF geben uns die Zuversicht, das Potenzial dieser Substanz hinsichtlich einer Verbesserung des Lebens der von dieser sehr schweren Krankheit betroffenen Patienten, in Phase-III-Studien weiter zu erforschen“, sagte Professor Dr. med. Klaus Dugi, Leiter der Medizin der Boehringer Ingelheim GmbH. „In Anbetracht unseres großen Erbes auf dem Gebiet der Atemwegstherapien fühlen wir uns bei Boehringer Ingelheim nach wie vor verpflichtet, eine sichere und wirksame Behandlung der IPF zu finden, um den Behandlungsbedarf tausender Menschen zu decken, die an dieser tödlichen Krankheit leiden.“
Zwei zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studien sind bereits angelaufen, in die 970 Patienten aus 20 Ländern rekrutiert werden.3,7 Die ersten Patienten wurden jeweils im April bzw. Mai 2011 eingeschlossen.3,7 Weitere Informationen über die Phase-III-Studien oder die Voraussetzungen zur Aufnahme finden sich unter clinicaltrials.gov (Identifier NCT01335464 und NCT01335477).3,7
Quellenverzeichnis
1. Richeldi L, Costabel U., Selman M, et al. Efficacy of a tyrosine kinase inhibitor in idiopathic pulmonary fibrosis. New England Journal of Medicine September 22, 2011; 365: 1079-1087.
2. Raghu G, Collard H, Egan J, et al. An Official ATS/ERS/JRS/ALAT Statement: Idiopathic Pulmonary Fibrosis: Evidence-based Guidelines for Diagnosis and Management. Am J Respir Crit Care Med 2011; 183: 788–824, 2011.
3. Safety and Efficacy of BIBF 1120 at High Dose in Idiopathic Pulmonary Fibrosis Patients. Available at: http://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01335464?term=BIBF+1120&rank=13. Accessed September 2011.
4. Hyzy R, Huang S, Myers J, et al. Acute exacerbation of idiopathic pulmonary fibrosis. Chest 2007; 132(5):1652-1658.
5. Martinez FJ, Safrin S, Weycker D, et al. The clinical course of patients with idiopathic pulmonary fibrosis. Ann Intern Med 2005; 142(12 Pt 1):963-967.
6. Jones PW, Quirk FH, Baveystock CM. The St George‘s Respiratory Questionnaire. Respir Med September 1991; 85(Suppl B):25-31; discussion 33-7.
7. Safety and Efficacy of BIBF 1120 at High Dose in Idiopathic Pulmonary Fibrosis Patients II. Available at: http://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01335477?term=BIBF+1120&recr=Open&rank=3. Accessed September 2011.
* BIBF 1120 ist eine sich in Entwicklung befindliche Substanz, deren Sicherheit und Wirksamkeit noch nicht abschließend bewertet werden kann.



